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Das richtige Holzwerkzeug – Ein Guide für die ersten Schritte

Unter dem Begriff Holzwerkzeug versteckt sich nicht etwa Werkzeug, das aus Holz gefertigt ist. Es sind stattdessen Werkzeuge, die speziell oder besonders für die Bearbeitung von Holz hergestellt und verwendet werden. Welche Du als Anfänger brauchst und worauf Du zu Beginn verzichten kannst.

Was gehört alles zum Holzwerkzeug?

Wie Du Dir sicher denken kannst beginnt diese ellenlange Liste mit der Säge.

Die Holzsäge

Sie wurde in ursprünglichster Form dazu verwendet, Bäume, Timber und anderes Holz auf die benötigten Maße und Formen zu bringen. Heute gibt es zwar auch Sägen für Metall, Kunststoff oder sogar andere Materialien wie Stein oder Glas, aber das ändert nichts am ursprünglichen Charakter als Holzwerkzeug.

Die Zwinge

Die Zwinge ist ein Werkzeug, das nicht direkt die Bearbeitung des Holzes durchführt, sondern sie vereinfacht. Sie tut dies, indem sie das Werkstück in einer Position festhält, beispielsweise an der Werkbank. Damit hast Du mit Deinem weiteren Holzwerkzeug die Möglichkeit, das Holz sauber und sicher zu bearbeiten.

Hobel

Der Hobel ist ein Holzwerkzeug, das nicht in jedem Haushalt zu finden ist. Denn er wird vorwiegend bei der detaillierteren Holzarbeit eingesetzt, um oft hauchdünne Lagen des Holzes abzuschälen.

Raspel und Feile als Holzwerkzeug

Sie klingen vielleicht auf den ersten Blick nach beinahe identischen Werkzeugen, aber sie ergänzen sich perfekt. Der Raspel ist im ersten Schritt dafür da, grob unerwünschtes Holz abzutragen. Er ist grober als die Feile. Diese kommt im Anschluss zum Einsatz und gibt quasi den vorletzten Schliff. Kleine Ecken, Splitter oder Unebenheiten werden von ihr beseitigt, damit Dein Werkstück so perfekt wird, wie Du es möchtest. Im Anschluss kannst Du mit Schleifpapier die allerletzten Fransen und Splitter vom Holz entfernen.

(Stech-) Beitel

Diese Stecheisen erlauben es Dir, Kerben, Formen und geschwungene oder gerade Linien ins Holz zu schnitzen. Aber auch Struktur kann mit diesen Werkzeugen erzeugt werden, beispielsweise als Fischschuppen oder Vogelfedern, wenn die Kerben übereinanderlappen.

Holzbohrer

Den Holzbohrer kann man natürlich nicht vergessen. Wie die Holzsäge ist der Holzbohrer ein Standard in den meisten (Heim-) Werkstätten. Und nicht ohne Grund, denn er ist so vielseitig, dass die meisten kleinen Aufgaben rund um den Haushalt mit ihm alleine erledigt werden können.

Braucht man sie alle, wenn man mit Holz arbeiten möchte?

Wenn Du einfach nur einen provisorischen Tisch basteln möchtest, dann brauchst Du natürlich nicht all diese Holzwerkzeuge. Wenn Du aber immer mal wieder gerne Figuren schnitzt, Bettkästen verzieren möchtest oder gar Werkstücke anfertigen möchtest, die Du verkaufen oder anderweitig veräußern kannst, dann empfiehlt es sich, wenn Du Dir eine gute Auswahl an Holzwerkzeugen zulegst. Vielleicht Schritt für Schritt, denn Du wirst sicherlich nicht bei Deinem ersten Projekt bereits ein Treppengeländer in der Form eines Pferdes mit wehender Mähne zaubern. Vermutlich wirst Du Dich mit jedem Projekt verbessern und immer feinere Designs kreieren.

Für den Anfang wirst Du mit einer Säge, Schmirgelpapier, einem Bohrer, Dübeln, Leim und einer Zwinge weit kommen. Das kommt natürlich auf Dein Projekt an, aber in der Regel sind dies tatsächlich Dinge, die in den meisten Garagen oder Werkstätten eines Heimwerkers zu finden sind.

Die Liste, die Du oben siehst, ist nur ein Anfang. Es gibt noch viele andere Werkzeuge, die bei der Holzverarbeitung zum Einsatz kommen können. Aber für den alltäglichen Gebrauch wird es ausreichen, wenn Du diese Liste nach und nach abhaken kannst.

Passe bitte gut auf, wenn Du mit Stichbeiteln beziehungsweise Stecheisen arbeitest – sie sind unglaublich scharf, weswegen es schnell dazu kommen kann dass ein kleiner Schnitt Dir das Holz vollblutet. Wenn Du noch nicht so geübt mit diesen Dingen bist, dann versuche es zuerst vielleicht mit ein paar Trockenübungen, bei denen Du die Schutzhülle an den Klingen dran lässt.

FAQ – Holzwerkzeug

Kann Holzwerkzeug auch für andere Materialien benutzt werden?

Davon rate ich ab, denn wenn Du es für andere Materialien benutzt, kommt es sehr viel schneller zur Abnutzung und zur Beschädigung der Werkzeuge. Im Notfall kannst Du natürlich auch mal die Holzsäge für einen Kabelbinder aus Kunststoff verwenden ohne, dass die Säge oder das Blatt kaputt gehen. Aber auf Dauer wird Dein Sägeblatt stumpf und brüchig werden. Wenn Du das eine Weile durchziehst, wird es teuer werden, denn Werkzeuge sind bekanntermaßen nicht billig.

Wenn der Griff meines Holzwerkzeugs, zum Beispiel den Stecheisen, abgenutzt ist, kann ich das Werkzeug noch retten?

Es gibt glücklicherweise Ersatzgriffe, die Du kaufen und damit die alten Griffe ersetzen kannst. Wenn Du Dir Sorgen machst, dass der neue Griff so vielleicht nicht hält, kannst du ein dünnes Gummi um den Schaft binden, sodass der neue Griff etwas mehr Reibung und Halt hat.

Kann einfaches Schmirgelpapier die teureren Feilen und Raspel als Holzwerkzeug ersetzen?

Bis zu einem Punkt sollte das gehen. Dieser Punkt ist aber bei Feinheiten und Splitter-Entfernen bereits erreicht. Wenn Du also Holz bearbeiten willst, indem Du es in eine neue Form, vielleicht Tiefe und Dimension in die Oberfläche bringst, dann kommst Du um die Verwendung von Raspel und Feile nicht herum.

Quellen

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